Fernsprechvermittlungsstelle

Betriebsdienst

Die Vermittlung aller ein- und ausgehenden Gespräche, welche nicht per Selbstwählerdienst vom Endteilnehmer hergestellt werden konnten, war Aufgabe des Fe-Vermittlungspersonals. Dazu zählten OB- (Ortsbatterie, siehe unten), S1- und Amtsverbindungen des GS, der Stäbe und aller angebundenen Dienste sowie der eingerichteten Wohnungsdienst- und Wohnungsanschlüsse der Wohnsiedlung. Die Betriebsberechtigungen der Endgeräte (Amt, OB, S1) konnten in der ATZ durch die Nachrichtenmechaniker (auf Befehl OO Nachrichten oder DNZ) geschaltet werden.

Tagsüber diensthabend waren immer 2 Fe-Vermittler, welche gleichzeitig auch in der Fs eingesetzt werden wurden. Ab 22.00 Uhr war die Fe/Fs-Stelle mit nur einer Person besetzt.

Nach Dienstschluss in der U-Zone fiel die Vermittlung sehr vieler privater Amtsgespräche aus der Wohnsiedlung an (weit mehr als 120 amtsberechtigte Apparate). Dementsprechend war die Auslastung der Vermittlung auch abends noch relativ hoch. Diese Situation änderte sich grundlegend mit der Einführung des Selbstwählerdienstes national ab ca. Mitte 1986 für Telefone in den Dienstwohnungen der AA und ZB. Dies führte zu einer generellen Entlastung der Fe-Stelle. Es verblieben nur die internationalen Gespräche z.B. in die Sowjetunion (einige Offiziere hatten durch ihr Studium dort Bekannte), welche handvermittelt werden mussten. Wer einmal ein Gespräch beim Internationalen Fernamt in Berlin angemeldet hat, kennt diese Odyssee. Der Selbstwählerdienst führte auch zu einer Erleichterung der monatlichen Telefonabrechnung, da nur noch die Gebührenimpulszähler für die einzelnen Anschlüsse abgelesen und die Gebührenimpulse in den Geldwert umgerechnet wurden mussten. Die komplette Abrechnung wurde dann per Fernschreiben in den Stab zur Buchhaltung/Finanzkasse gesendet. Vor der Einführung des Selbstwählerdienstes war die monatliche Telefonabrechnung äusserst aufwendig, es mussten alle aufgeschriebenen Gespräche manuell zusammengerechnet werden. Man benötigte mitunter eine komplette Nachtschicht dafür.


Nach Dienstvorschrift hatten sich die Fe-Vermittler am Telefon folgendermassen zu melden:


Technik

Die Fe-Vermittlung bestand aus dem Bedienpult mit zwei Arbeitsplätzen für die ATZ-65N, wobei nur auf dem linken Platz die Amtsleitungen vermittelt werden konnten. Als eine wesentlicher Erleichtung waren die Wählscheiben bereits durch Tastenwahlblöcke ersetzt.


Verbindungen/Leitungen

Hier eine kurze Übersicht der Verbindungen/Leitungen welche auf den Fe-Vermittlungsplätze geschalten waren. Es gab selbstverständlich noch andere Leitungen (GSSD, SAS, Abteilung 2000), diese wurden jedoch nicht hier vermittelt, sondern kamen beim Teilnehmer (GS, SND, 2000) direkt an.
Der Begriff OB (Ortsbatterie=Sprechstellenschaltung bei der sich die Stromversorgung nicht in der Zentrale befand, sondern beim Teilnehmer selbst) ist hier eigentlich fehl am Platz, wurde aber verwendet, im heutigen Sinne waren das Standleitungen mit Verbindungsaufbau per Knopfdruck (über Draht und Richtfunk, alles Stand 1986):


Die Quelle aller Angaben hier ist [21].

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