Allgemeines zum SBW

Das SBW wurde in den Jahren 1971-76 durch das VEB BMK Erfurt, Abt. Industriebau als Generalunternehmer errichtet. Das Ingenieurbauregiment 12 aus Neiden war ebenfalls beteiligt. Die Nummer des Bauvorhaben war 16/09/202, wobei die erste Zahl für den Investitionsauftraggeber stand (hier 16 = UKA-2 Leipzig), die zweite Zahl war der territoriale Bezirk (09 = Erfurt) und die letzte Zahl die Vorhabennummer im Plan der Bauinvestitionen. Die Planungen begannen 1970 in Dresden. Der Probelauf erfolgte am 16.06.1976 unter Leitung des Chefs des PBS Oberst Kuste (†), die volle Einsatzbereitschaft wurde ca. im Dezember des selben Jahres erreicht [20], [1].

Bei dem Bunkerbauwerk handelt es sich um einen monolithischen Rundbau, wobei "Rundbau" als Vieleck zu verstehen ist (20-Eck). Bereits während der Planungszeit stellte sich heraus, dass die Räume nicht ausreichten, so wurden außen auf ca. 50% des Umfanges noch Anbauten projektiert, so mutierte das SBW zur Tropfenform. Die fast runde Form war eine reine Entwicklung aus dem VEB PBS Dresden. Durch diese Bauform sollte errreicht werden, dass sich im Falle einer Kernwaffenexplosion nicht die gesamte Druckwelle auf eine rechteckige Fläche presste, sondern an beiden Seiten vorbeigeleitet wird. Für das SBW in Sprötau bot sich diese Lösung förmlich an, da der Große Warthügel aus massiven Fels bestand und ein konventionelles SBW in Rechteckform durch die Druckwelle in diesen gedrückt worden wäre [20].

Durch diese Bauweise besitzt dieser Bunker einen Einmaligkeitswert unter den SBW in der ehemaligen DDR. Ursprünglich sollte dieser Typ ein Wiederverwendungsprojekt für Schutzbauwerke in der DDR werden, wurde allerdings dann nur einmal gebaut, weil sich herausstellte, das sich der, für dieses Bauform erforderliche materielle Aufwand, gegenüber einem rechteckigen Bauwerk vervielfachte, vor allem auch, da man berechnet hatte, das der oben genannte Vorbeileitungseffekt der Druckwelle erst optimal erzielt werde konnte, wenn die Höhe des Bauwerks größer als dessen Durchmesser ist [20].

Meldung Bau GS-41

Abb. 6-42: Bei der Planung des neuen GGS
für das JG-1/FuTB-41 Schönewalde entschied
man sich gegen den Typ "Sprötau"

Allgemein betrachtet, handelt sich beim Sprötauer SBW um ein so genanntes Grabenschutzbauwerk mit der Schutzklasse D, d.h. es ist so konzipiert, das es bei einer Kernwaffendetonation einem Überdruck von 3 kp/m² sowie Flieger- und betonbrechenden Bomben bis 500kg zu widerstehen vermag [14][16].


Nach der Inbetriebnahme des Bunkers ergaben sich noch einige Probleme welche bei der Planung nicht vorrausgesehen wurden [20]:


Geplante Rekonstruktion:

Für das Jahr 1989 wurde eine grössere Modernisierung des SBW (wieder durch IBR-12) geplant, die Führung der TT sollte für diese Zeit komplett aus Kranichborn und Blankenburg erfolgen. Die Projektnummer des Vorhabens war 16/09/8801E. Aufgrund der politischen Veränderungen in der DDR kam es aber nicht mehr dazu.

Geplante Reko (1989)

Abb. 6-43: Bauzeichnung zur geplanten Rekonstruktion (1989)

IBR-12 FS

Abb. 6-44: Das IBR-12 (BRUTTOERTRAG) war
1990 vor Ort (Fs gefunden im U-Gebäude)


Weiterverwendung durch die Bundeswehr:

Der GGS wurde bis zum Jahr 1994 als CRC (Control- und Reportingcenter) der Radarführungsabteilung-32 der Bundeswehr benutzt. Der "Shutdown" des CRC erfolgte am 30.06.1994, bis zum 31.12.1994 wurde die Aufbauten grösstenteils abgerissen und das SBW verschlossen.

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